Staatswissenschaftliches Forum

 

Erfurter Aufruf

Die Thüringer Koalitionäre haben in ihrem Vertrag die Reform des Thüringer Hochschulgesetzes vereinbart. Mit diesem Ziel hat das Kabinett am 12. September 2017 einen Gesetzentwurf vorgelegt.

Zentrale Punkte dieses Entwurfs betreffen die Einführung einer starren paritätischen Beteiligung aller (vier) Hochschulgruppen in sämtlichen Beschlussorganen der Universitäten, die gesetzliche Abschaffung der Anwesenheitspflicht der Studierenden (im Grundsatz) auch in Seminarveranstaltungen sowie eine Schwächung des Rechts auf ein Forschungsfreisemester.

Die Regierungsfraktionen des Thüringer Landtags unterliegen im Fall einer Zustimmung zu diesem Gesetzentwurf gravierenden Irrtümern, auf  die sie die Unterzeichnerinnen  und Unterzeichner dieses Aufrufs   aufmerksam machen wollen.  

Wir appellieren an alle Abgeordneten, sich bei ihrer Stimmabgabe der nachteiligen Folgen bewusst zu sein, die die Annahme des Gesetzentwurfs für den „Campus Thüringen“ hätte. Dies würde weitgehend zu einer Verschlechterung der Situation der Thüringer Hochschulen führen und sie in ihrem bundesweiten sowie internationalen Wettbewerb um „kluge Köpfe“ ärmer machen. Exzellente Forschung und Lehre leben indes von der Sachkompetenz der Entscheidungsträger!


  • Irrtum 1: „Demokratisierung als gesellschaftspolitisches Leitbild ist ohne Weiteres auf die Hochschulen übertragbar“
  • Irrtum 2: „Die Parität wird die Entscheidungsprozesse nicht verzögern“
  • Irrtum 3: „Anwesenheit sollte grundsätzlich selbst in Seminaren nicht verpflichtend sein“


Anzahl der Unterzeichner: > 200 (Stand: 08.12.2017)

Erstunterzeichner: Prof. Dr. Hermann-Josef Blanke, Prof. Dr. Klaus Gürlebeck, Prof. Dr. Albert Albers (für den Allgemeinen Fakultätentag e. V.), Christa Thoben, Christine Lieberknecht, Prof. Dr. Roland Merten, Prof. Dr. Günter Krings


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